Requiem für PineleJede Woche lesen Tierfreunde im Journal Geschichten von Wild- und Haustieren, erfahren Wissenswertes und schmunzeln hoffentlich auch mal. Nicht immer ist das Leben zum schmunzeln, wer Tiere liebt muss auch Abschied nehmen - wie ich von Pinele ... Sie sitzt da, vor dem Wassernapf, den Kopf gebeugt, sie will trinken und doch ist das eine unendliche Anstrengung, sie sitzt da vor dem Futternapf, sie will essen und doch ist das eine unendliche Anstrengung, ihre Knochen staken aus dem struppigen Fell, nicht viel mehr als ein bepelztes Skelett. Es ist Zeit Abschied zu nehmen, wir haben ein halbes Jahr gewonnen, wo sie noch schnurren konnte und sich auf den Rücken drehen, um sich den Bauch kraulen zu lassen, ein Bauch, der nicht mehr war als ein bepelzter Hohlraum. Sie wird gehen müssen, dabei war sie die Katze auf der Tastatur, sie war die Katze, die Stunden vor dem Bildschirm lag, die Schreibtischleuchte galt ihr als Wärmelampe. Ihre entspannt gestreckten Beine mussten immer wieder Tasten berühren und scheinbar sinnloses schreiben, am Ende waren ihre Beine nur noch Mikadostäbchen. Sie war Miss Büro, sie war von den anwesenden Katzen, diejenige, die viel mehr anwesend war als die anderen. Ich habe sie gesehen in ihren ersten Lebenssekunden, diese nasse Tigerchen, sei war jene, die kaum hatte sie die Augen offen, gefaucht hatte, sie diese kleine, kühne streitbare Tigerin. Sie starb auf meinem Bauch, die letzte halbe Stunde saßen wir da. Sie in eine Fleecedecke verpackt, die Augen riesig, die Füße und die Ohren trotz Fleece kalt wie Eis. Sie hatte gute Freunde, auch ein Tierärztin, die im Graupelschauer dieses entsetzlichen Ostermontags ins Haus kam. Sie schlief leise ein, das verzweifelte Herz, das rasende Herz, das taktlose Herz durfte endlich aufgeben. Mit so einem Loch in der Herzklappe hat man keine Chance, auch nicht als Kämpferin, die so gerne leben wollte. Leben wollen, heißt nicht leben können. Sie hätte mehr als die sechs Jahre haben sollen, sie diese treue Seele, sie diese begnadete Vogelfängerin, wofür ich sie natürlich gehasst hatte. Sie war die Elegante unter den eher kurzbeinigen Kumpels, sie war immer mehr Sphinx mit ihren unergründlichen schrägen Katzenaugen inmitten der anderen Kulleraugen Miezen. Sie war diese hochbeinige Schönheit, entwachsen aus dem kleinen Fellknäuel inmitten von vier Geschwistern. Sie war dazu geboren Göttin zu sein, auch Chefin des Ladens, sie hätte sich hochgearbeitet zur Herrscherin, aber mit so einem Herz kann man nicht herrschen, kein System läuft ohne Motor. Sie liegt jetzt bei den anderen im Gräberfeld unterm Pflaumenbaum, die anderen wurden überfahren, herausgerissen aus dem kunterbunten, spannenden Katzenleben. Sie ging langsam, sie verfiel, jeden Tag mehr beäugt, kritisch beäugt, ob sie noch Freude am Leben habe, ob die guten Stunden die schlechten überwogen. Wir waren gute Freunde, gute Mitbewohner, wir kannten uns. Wir wussten, wann es Zeit war loszulassen. Ich wusste es, vielleicht wäre der Zeitpunkt einen Tag früher gewesen oder einen später, aber das Zeitfenster war richtig. Es war richtig, zurückzutreten in unserem Egoismus. Obwohl sie doch nun überall fehlt. Weil die Beine nicht mehr die Tastatur berühren. Weil sie nicht mehr Bocksprünge macht zur Begrüßung, weil sie an all den Plätzen, wo sie doch sein müsste nur Leere hinterlässt. Wieder wird eine Katze am Bildschirm der Tierärztin gelöscht sein, Leben sind so leicht zu löschen. Pina Grigia von Grabenstätt, für ihre Freunde Pinele, kommt nicht mehr zurück. Sterben lassen Es gibt viele Krankheiten, die Tiere langsam schwächen und die auf den Tod hinauslaufen. Das können Herzerkrankungen sein, chronische Stoffwechselkrankheiten, bei Katzen sehr oft CNI (chronische Niereninsuffizienz). Einmal diagnostiziert (Blutbild, Röntgen, Ultraschall) sind die Fakten geschaffen, solchen Tieren kann über länger oder kürzerer Zeit mit Medikamenten geholfen werden. Aber nicht ewig, nicht so lange, dass sie mit 18 Jahren als Seniorenkatze im Stuhl einschlafen. Chronisch kranke Tiere brauchen regelmäßige Kontrollen und einen ehrlichen Tierarzt! Einen, der nichts unversucht lässt, einen der das Tier begleitet, aber keinen, der auf Teufel komm raus (manchmal auch aus monitären Erwägungen) noch sinnlose Therapien anordnet. Wann ist es Zeit Schluss zu machen? MM Expertin Dr. Daggi Moder sagte: „Wenn die schlechten Tage markant überwiegen." Wer das Tier über Wochen und Monate beobachtet hat, kann die Anzeichen nicht ignorieren: Kauerstellung, oft stundenlang; Verstecken unter Betten zusammen mit Kauerstellung; Anämie: weiße bis bläuliche Nase, Schleimhäute gar nicht mehr durchblutet; Gewichtsabnahme; Futterverweigerung; mehr oder weniger Wasseraufnahme ....jedes Tier reagiert anders und genau das ist der Punkt: Wenn das Tier komplett anders ist als sonst, sind das Alarmzeichen. Es gibt ja nun Menschen, die sich auf die Position zurückziehen, dass so ein todkrankes Tier sich irgendwohin zurückzieht und stirbt, das sei natürlich. Dazu Daggi Moder. „Ich finde es grauenvoll, wenn das Tier verschwindet. In so einer Phase wird es irgendwo elend verenden. Euthanasie ist der letzte Liebesbeweis an ein Tier." Einschläfern bedeutet, dass das Tier zuerst ein Sedativum bekommt und völlig entspannt schläft, erst dann folgt die eigentliche Injektion. Wenn es irgendwie geht, den Tierarzt bitten nach Hause zu kommen! Das bedeutet weniger Stress für das Tier und für den Menschen, der dann auch ungehindert trauen zu können. Oftmals ist dann z.B. eine Autofahrt retour fast unmöglich und gefährlich. Wenn es in der Praxis passieren muss, vielleicht versuchen den letzen Termin zu bekommen, wenn die anderen Patienten weg sind. Der Tierarzt prüft, ob das Herz definitiv nicht mehr schlägt, es kann dennoch sein, dass dem toten Tier noch ein/zwei „Seufzer" entkommen,. Das ist sehr erschütternd, aber völlig normal. Weil einfach nochmals Atemluft entweicht. Einschläfern ist auch für Tierärzte keine Routine. „Wir wollen Leben retten, ein Tier zu verlieren ist jedes Mal sehr traurig", sagt Daggi Moder. |
Tierheim WerdenfelsSchmalenau 2 NOTRUFNUMMERN
Hundehaus Gassizeiten: Besuchszeiten Tierheim: Die RegenbogenbrückeEs gibt eine Brücke, die zugleich Trost und Hoffnung ist: Es handelt sich um die Regenbogenbrücke, die die Erde mit dem Himmel verbindet. Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist, geht es zu einem wunderschönen Ort jenseits der Regenbogenbrücke. Dort herrscht der ewige Frühling, es gibt genug für alle zu essen und trinken und alle sind sich gut. Die alten und kranken Tiere werden im Land hinter der Regebogenbrücke wieder jung und gesund und spielen den ganzen Tag miteinander. Die Tiere sind dort glücklich und zufrieden, nur eines vermissen sie: den Menschen, den sie so sehr geliebt haben. So tollen und spielen sie tagtäglich, bis ein sanfter Wind eine Botschaft bringt. Eines der Tiere hält dann inne und sieht nach oben. Mit bebenden Nasenflügeln, hochgestellten Ohren und aufmerksamen Augen. Und plötzlich verlässt es die Gruppe und fliegt regelrecht über das Gras, schneller und schneller. ES HAT DICH GESEHEN. Und ihr seid wieder zusammen. Schon in der Bibel steht, dass uns die, die wir so geliebt haben, eines Tages abholen. Das ist Trost und Hoffnung. Den Tod gibt es zwar, die Liebe töten kann er nicht. Daher gehen wir mit den geliebten Tieren die letzten Schritte über die Regenbogenbrücke zusammen, danach wird es keine Trennung mehr geben. Das ist das Paradies. |
